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Maskentanz sich aus der Tiefe des eigenen Seins heraus verbinden Nana Nauwald 2008
Info zum Maskentanz 2008 Maskenrituale im Schamanismus unserer Darstellungen von Menschen mit Tierkopfmasken, Fell- und Vogelgewändern in Felsbildern und Höhlenmalereien unterschiedlicher europäischer Kulturgebiete zeugen vom rituellen Gebrauch der Maske, des Mediums der Verwandlung. Wahrscheinlich stand die Höhlenzeichnung des "Hirschmannes" in der Höhle von Les-Trois-Freres (ca. 12.000 v.d.Ztr.) oder auch der "Schamane mit Vogelmaske" aus der Höhle von Lascaux ( ca. 15.000 v.d.Ztr.) in Zusammenhang mit einem Jagdritual, in dem sich der Jäger mit dem Geist des zu jagenden Tieres verband. Es wurden in Europa ca. 160 Abbildungen gefunden von Menschen, die Tiermasken tragen und offensichtlich in einem Zusammenhang zur Jagd stehen.
Von der Kunst, sich in ein Tier zu verwandeln, um so mit der besonderen Eigenheit und Kraft des bestimmten Tieres Aufgaben zu lösen und Wissen um Verborgenes zu erlangen, erzählen noch einige unserer Volksmärchen. Aber auch davon, dass Tiere sich in Menschen verwandeln können - meistens um sich mit einer Menschenfrau zu vermählen - gibt es Überlieferungen in Märchen und Mythen. Aus Kulturen, die heute noch in einem schamanischen Weltbild leben, wissen wir von der Wirkung und Auswirkung für Maskenträger und Zuschauer in einem schamanischen Ritual. Fast immer geht es dabei um das Aufspüren von Ursachen für Krankheit, Störungen in der Gemeinschaft, Unglücken verschiedenster Art und deren Lösungen, um die Einzelne und die Gemeinschaft wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. Sich eine Maske aufzusetzen heisst für den Schamanen immer, sich mit der Energie "seiner" ihn als helfende Geister begleitenden Tiere zu verbinden. Die Maske aufzusetzen ist gleichbedeutend damit, in einem nicht-alltäglichen Bewusstseinszustand zu sein, zu sehen und zu erkennen mit veränderten Wahrnehmungsfiltern. Dahinter steht das Wissen um die Existenz unterschiedlicher Lebensenergien, die durch uns wirken können wenn wir "in eine andere Haut" schlüpfen, Abstand nehmen von unserem "Ego", der Identifizieung mit unserer Persönlichkeit. Sich im Ritual mit Masken, bestimmten Bewegungen, Klängen und Geräuschen in die Verbindung mit den nicht-sichtbaren Welten und Kräften zu bringen wird und wurde in schamanisch geprägten Gemeinschaften auch eingesetzt, um den Wachstumskreislauf der Natur einen Ausdruck zu geben und ihn so zu unterstützen.
Auch der Beginn des Frühlings, der neu erwachenden Fruchtbarkeit, wurde in vielen Gegenden Europas mit Maskenbräuchen gefeiert. So ist aus einigen Gegenden Polens überliefert, dass in der Karwoche oder am Ostermontag junge Männer von Haus zu Haus zogen, um Gaben - hauptsächlich Eier - baten und die jungen Mädchen mit Wasser bespritzten. Maskiert waren sie mit Tierfellen, die Gesichter waren russgeschwärzt, auf dem Kopf trugen sie eine Krone aus Stroh.
In einigen Gegenden Südost-Europas gab es noch bis ins 16. Jhdt. hinein ein Maskenritual, in dem Vermummte die Vertreter des Geisterreiches der Verstorbenen darstellten. Diese "Ahnen-Geister" hatten die Aufgabe, einmal im Jahr alles, was im sozialen Gefüge in Unordnung geraten war während ihrer Abwesenheit, wieder neu zu ordnen und Ungerechtigkeiten aller Art auszugleichen. Dieses Maskenritual hatte ein sich auf alle Lebensbereiche beziehenden Reinigungscharakter. Die Teilnahme an diesem Ritual war nur "besonderen" Mitgliedern der Gemeinschaft gestattet.
Der Trance-Maskentanz, der im Zusammenhang mit den "Rituellen Körperhaltungen" und der ekstatischen Trance in jedem Sommer in der Lüneburger Heide und an anderen Orten stattfindet, wird versucht, durch diese Tür zu gehen. Trancehaltungen bringen uns in Kontakt mit dem Feld der uns umgebenden Energien, in dem wir durch unsere Rituale helfen können, verwirrte Fäden neu zu ordnen. Wahrnehmungsübungen, die Begegnung in der Trance mit uns in unserem Vorhaben helfenden Kräften, Tiergeistern sowie der Maskenbau und das Ritual des Maskentanzes können eine Brücke bauen zum schamanischen Wissen unserer Ahnen. Die Erfahrung dieses Wissens können wir in unseren "Alltag" verweben. So weben wir unsere Wirklichkeit und den Ablauf unserer Zeit immer wieder neu ein in das Netz aller Lebensenergien - sichtbar oder unsichtbar. © 2001 Nana Nauwald Literatur: |